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Kreditvergaberichtlinien - Definition & Erklärung

Kreditvergaberichtlinien

Die Kreditvergabe ist das kommerzielle Geldverleihen durch ein Kreditinstitut wie Bank oder Sparkasse; im Gegensatz zu einem Privatkredit unter Freunden, oder auf gewerblicher Basis von Privatpersonen an Privatpersonen auf einschlägigen Onlineportalen. Wie es allgemein heißt, ist der Kreditmarkt reguliert. Die Kreditinstitute sind durch Gesetze und Verordnungen, durch Richtlinien sowie durch die geltende Rechtsprechung stark gebunden. Eine ganz allgemeine Grundlage als Kreditvergaberichtlinien sind diejenigen von Basel II.

Unter diesem Sammelbegriff werden alle Vorgaben und Vorschriften, die das Eigenkapital der Kreditinstitute betreffen, vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht vorgegeben. Er wurde Mitte der 1970er Jahre von den Zentral- beziehungsweise Notenbanken und deren Aufsichtsbehörden der G10-Staaten gegründet. Die haben sich Anfang der 1960er Jahre als führende Industrienationen zusammengeschlossen; zu ihnen gehört von Beginn an auch Deutschland. Der Basler Ausschuss hat seinen Sitz in der schweizerischen Stadt Basel am dortigen Sitz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, der BIZ.

Was ist eine Kreditvergaberichtlinie und welchem Zweck dient sie?

Damit werden Procedere und organisatorischer Ablauf der Vergabe von Krediten an Privatpersonen sowie an Firmen, Unternehmen, Gewerbetreibende oder Selbstständige geregelt. Mit seiner Kreditvergabe geht der Kreditgeber ein Kreditausfallrisiko ein. Es ist das latente Risiko, dass der Kredit nicht, nur teilweise oder nicht termingerecht zurückgezahlt wird. Mit Kredit in diesem Sinne sind die Kreditsumme sowie die vereinbarten Zinsen gemeint. Um dieses Risiko möglichst realistisch einzuschätzen, gibt es Kreditveegaberichtlinien, die in regelmäßigen Abständen verändert und modifiziert werden.

Der Kreditnehmer muss kreditwürdig sein, er muss die notwendige Bonität haben. Damit ist gemeint, dass er von seinem laufenden Einkommen und seiner Vermögenssituation her in der Lage sein muss, den erhaltenen Kredit vertragsgemäß zurückzuzahlen. Einerseits wird dazu die Bonität bewertet, andererseits werden einzelne Kreditformen besichert. Beim Autokredit ist die Besicherung der hinterlegte Kfz-Brief, die heutige Fahrzeugbescheinigung Teil II; bei einem Immobiliendarlehen geschieht eine Kreditbesicherung durch die Grundschuldeintragung im Grundbuch. Das laufende Arbeitseinkommen wird nach den Kreditvergaberichtlinien in die einzelnen Kostenarten aufgeteilt, die für den Lebensunterhalt benötigt werden.

In Anlehnung an die Transferleistungen der öffentlichen Hand wird hier von einem „Warenkorb“ gesprochen. In einer mehrköpfigen Familie werden monatlich teilweise ganz andere Ausgaben fällig als bei einem Rentnerehepaar oder für einen Alleinstehenden. Entscheidend ist, dass das regelmäßige Einkommen deutlich oberhalb der Pfändungsfreigrenze liegt. Sie beträgt für eine Person etwa 1.050 EUR, für zwei Personen knapp 1.500 EUR. Die Kreditsicherheiten werden in die Personal- sowie in die Sachsicherheiten unterteilt. Auf welche Art und Weise welche dieser Sicherheiten bewertet werden, ist von Kreditinstitut zu Kreditinstitut recht unterschiedlich.

Gibt es Unterschiede bei verschiedenen Banken?

Die Antwortet lautet klar und eindeutig: Ja. Abgesehen vom Einhalten der Vorschriften von Basel II sind die Kreditinstitute weitgehend frei in ihrer Entscheidung über Kreditvergaben. Geldverleihen ist ein Kerngeschäft von Banken und Sparkassen, zusammen mit dem Girogeschäft. Die Kreditinstitute haben einen recht großen Spielraum, wie sie ihre Kreditvergabe berechnen und bewerben.

So liegt es in ihrem Ermessen, ob sie bonitätsabhängige oder bonitätsunabhängige Kredite vergeben, welche Effektivzinssätze sie anbieten, und wie sie das Kreditangebot insgesamt ausgestalten. Kreditinstitute sind Konkurrenten; jedes von ihnen möchte das Kreditgeschäft abschließen – wenn denn die Rahmenbedingungen für die Kreditvergabe stimmen.

Dazu gehören eine ausreichend gute Bonität sowie die im Einzelfall erforderlichen Sicherheiten, um das Kreditausfallrisiko zu minimieren. Der Kreditsuchende ist immer gut beraten, mehrere Angebote von Banken und Sparkassen miteinander zu vergleichen. Ein günstiger Kredit kann, er muss aber nicht immer der zahlenmäßig billigste sein. Die Gesamtbewertung beinhaltet auch einzelne Inhalte des Kreditvertrages.

Wie kann ich sicherstellen, dass ich ein Kredit bekomme?

Ganz unabhängig von der Art und dem Verwendungszweck des Kredites ist eine ausreichend gute Bonität das Entscheidungs- oder KO-Kriterium. Mit einem festen Wohnsitz in Deutschland, mit Rechts- und Geschäftsfähigkeit, mit dem Girokonto bei einem deutschen Kreditinstitut sowie mit einem guten bis sehr guten Schufa-Score vergibt jedes Kreditinstitut gerne einen Kredit.

Dem Kreditsuchenden muss bewusst sein, dass in der heutigen Zeit kein Kreditinstitut ein Kreditrisiko eingeht. Mit einer negativen Schufa, also mit einem niedrigen Schufa-Score, oder bei einem unsicheren, geringen Arbeitseinkommen wird es ausgesprochen schwierig, einen Kredit zu bekommen.


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* Sollzinssatz ab 4,83% (bonitätsabhängig) fest für die gesamte Laufzeit, Effektiver Jahreszins: 4,90% - 15,99%, Nettokreditbetrag: 1.000 - 100.000 Euro, Vertragslaufzeit: 12 - 120 Monate. Repräsentatives Beispiel: Sollzinssatz 7,98% fest für die gesamte Laufzeit, Effektiver Jahreszins: 8,92%, Nettokreditbetrag: 10.000 Euro, Vertragslaufzeit: 72 Monate