Nach oben

SCHUFA-Scoring

SCHUFA-Scoring

Das Scoring ist ganz allgemein ein statistisch-analytisches Verfahren auf der Grundlage von Zahlen und Prozentpunkten. Das gilt auch für ein Kreditscoring, bei dem anhand eines errechneten Zahlenwertes die Kreditwürdigkeit, die Bonität des Kreditsuchenden bewertet wird. Das englische Wort score heißt zu Deutsch Punktestand, und to score heißt punkten.

Was ist Scoring und welchem Zweck dient er

Je mehr Informationen mit Zahlen, Daten und Fakten gesammelt werden, umso schwieriger ist deren Auswertung und Bewertung. Zu diesen feststehenden Tatsachen kommen Erfahrungswerte aus der Vergangenheit sowie Wahrscheinlichkeitswerte für die Zukunft hinzu. Das sind die sogenannten weichen Werte, im Gegensatz zu den harten Werten als den Fakten. Das Scoring ist eine mathematische Berechnung und Verarbeitung all dieser Informationen zu einem endgültigen Wert, dem Score.

Er dient den Kreditinstituten zu ihrer Bewertung, sprich Einschätzung der Bonität von Kreditsuchenden. In das Scoring fließen auch Informationen über Zahlungsverhalten, über Vertragszuverlässigkeit, sowie über die Höhe der Verbindlichkeiten ein. Die Rechenprogramme für das Scoring sind kompliziert und aufwändig. Sie werden, wie es genannt wird, von Menschen geschrieben, während der Score maschinell ermittelt wird. Das ist der Hauptgrund dafür, dass vielfach gar nicht erklärbar oder nachvollziehbar ist, wie sich der Score letztendlich errechnet. Dennoch ist er eine wichtige, wenn auch nicht die einzige Grundlage für Kreditinstitute zur Bonitätsbewertung.

Welche Informationen werden bei den Scoring-Verfahren genutzt

Für das Scoring ganz allgemein, also für das in Zahlen ausgedrückte Kredit-Scoring eines Antragstellers, ist der Schufa-Score eine der wichtigen Datenquellen. Weitere Quellen sind die Selbstauskunft des Kunden, aus der seine Einnahmesituation ersichtlich ist, öffentliche Datenquellen wie Schuldner- und Gerichtsverzeichnisse, sowie bisherige Geschäftsbeziehungen. Wirtschaftsauskunfteien wie die Schufa betonen bei passender Gelegenheit, dass Geodaten wie Wohnort und Wohnsitz nicht in das Scoring einbezogen werden. Ob das tatsächlich so ist, wissen nur diejenigen - wenn überhaupt -, die das Scoring-Programm entwickelt haben.

Nach einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofes BHG hat der Bürger keinen Anspruch darauf zu erfahren, wie sich sein eigener Score errechnet. Schufa und andere Wirtschaftsauskunfteien sind nicht dazu verpflichtet, ihre Programme und Rechenwege offenzulegen. Grundsätzlich gilt, dass alle personenbezogenen Eintragungen in der Schufa-Datenbank für das Scoring verwendet werden. Das ist auch konsequent, weil ansonsten buchstäblich Millionen Datensätze umsonst sowie überflüssigerweise gespeichert würden. Das wäre ein unverhältnismäßiger Personal- und Verwaltungsaufwand.

Was ist ein SCHUFA-Basisscore

Um den Sinn und Zweck des Basisscore zu verstehen, muss bewusst sein, dass mit verschiedenartigen Scoren gearbeitet wird. Entscheidend ist, für welchen Zweck einer Kreditvergabe der Score als Grundlage zur Bonitätsbewertung gewünscht wird. Das Baudarlehen als eine zwei oder drei jahrzehntelange Immobilienfinanzierung ist das krasse Gegenteil zu einem zweijährigen Mobilfunkvertrag mit einem Gesamtwert von wenigen hundert Euro. Hier wie da gibt es einen Schufa-Score, der jedoch nach anderen Kriterien errechnet und auch bewertet wird.

Der Basisscore kann als ein Durchschnittsscore bezeichnet werden. Er ist ein zentraler, genereller Orientierungswert, ohne Besonderheiten zu dieser oder zu jener Seite hin. Für die alltäglichen Vertragsabschlüsse des Bürgers als Endverbraucher ist der Basisscore genügend aussagefähig. Er wird automatisch quartalsweise aktualisiert, sodass die Änderungen in der Schufa-Datenbank laufend berücksichtigt werden.

Wie kann ich meinen Score-Wert positiv beeinflussen

Der einzelne Bürger hat im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, um seinen persönlichen Score-Wert direkt und positiv zu beeinflussen.

  • Die Schufa-Eintragungen müssen richtig und vollständig sein. Dazu sollte die Schufa regelmäßig eingesehen werden. Mit Internetzugang ist das jederzeit möglich. Das gesetzliche Recht auf die jährlich einmal kostenlose Selbstauskunft sollte unbedingt genutzt werden. Erledigte Verbindlichkeiten müssen konsequent gelöscht werden.
  • Grundsätzlich gilt, dass der Schufa-Score nur das berechnen und bewerten kann, was in der Schufa-Datenbank steht. Umgekehrt bedeutet das: Was nicht drinsteht, wird nicht bewertet und kann den Score-Wert auch nicht beeinflussen. Der wird nicht dadurch schlechter, dass nichts oder nur sehr wenig in der Schufa-Datenbank eingetragen ist. Im Gegenteil; je niedriger die finanziellen Bindungen durch Verträge, Kredite und dergleichen sind, umso besser ist der Schufa-Score.

Mehr zum Thema SCHUFA:

* Sollzinssatz ab 4,83% (bonitätsabhängig) fest für die gesamte Laufzeit, Effektiver Jahreszins: 4,90% - 15,99%, Nettokreditbetrag: 1.000 - 100.000 Euro, Vertragslaufzeit: 12 - 120 Monate. Repräsentatives Beispiel: Sollzinssatz 7,98% fest für die gesamte Laufzeit, Effektiver Jahreszins: 8,92%, Nettokreditbetrag: 10.000 Euro, Vertragslaufzeit: 72 Monate