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Schufa Einträge löschen - so geht es!

Die Bonitätsprüfung gehört zum alltäglichen Geschäft der Finanzwelt. Wer auf Rechnung bezahlen oder Kredit aufnehmen möchte, wird in aller Regel zuvor auf seine Liquidität hin durchleuchtet. Die SCHUFA dient dabei als große Sammelzentrale rundum Informationen zu geleisteten Zahlungen, deren Pünktlichkeit und anderen relevanten Details was das finanzielle Umfeld beeinflussen könnte.

Schufa Einträge löschen

Ein sinnvolles System, dass aber durch Fehler auch Bürgern mit hoher Zuverlässigkeit Schwierigkeiten bereiten kann. Nicht immer sind die hinterlegten Daten korrekt oder es werden getilgte Forderungen schlicht nicht berücksichtigt. Als Folge droht die unberechtigte Abstufung der Bonität, die mit zahlreichen Einschränkungen bei Kreditangeboten und Einkäufen einhergeht.

Ein Ausnahmefall, der nur wenige betrifft? Statistiken zu Folge kommen bei fast jedem vierten Verbraucher fehlerhafte Datensätze zustande. Unvollständige Informationen über die Abwicklung von Schuldbegleichung oder einfach falsche Einträge sind also keine Seltenheit. Dabei müssen einem Problemfall gar keine massiven Verfehlungen zu Grunde liegen. Es genügt bereits eine Anhäufung von kleineren Fällen, um die individuelle Bewertung eines Einzelnen spürbar zu verschlechtern und Auswirkungen zu erzielen.

Fehler ausfindig machen und schnell korrigieren

Die Ursachen für ungenaue oder falsche Einträge sind vielfältig. Häufig ist auch eine zeitliche Differenz zwischen Löschung von Zahlungsverpflichtungen mit verantwortlich. So überschreiten zu spät bearbeitete Kreditforderungen das Datum zur Rückzahlung und werden genau wie bei versäumter Rechnungsbegleichung nicht als erledigt angesehen. Zudem gibt es schiere Verwechslungen bei den Beträgen, auch Angaben zur Person sind nicht immer aktuell. Jeder Verbraucher hat daher einmal im Jahr das Recht, eine kostenlose Auskunft bei allen Instituten für die Bonitätsauskunft einzufordern. Zusätzliche Gebühren werden erst ab der zweiten Abfrage fällig. Daher ist eine Prüfung bei bloßem Verdacht auf ein Problem jederzeit empfehlenswert.

Fehlen wichtige Angaben zur Person oder sind Einträge fehlerhaft, kann auf Nachbesserung bestanden werden. Der Gesetzgeber verpflichtet gemäß § 35 Abs. 1 BDSG alle Auskunfteien zu diesem Schritt - entweder durch Löschung der Datensätze oder einer gezielten Korrektur einzelner Abschnitte.


Kostenpflichtige Auskünfte der Bekannten Institute:
Boniversum
Kosten für die zweiter Auskunft: 19,90 Euro
Kostenlose Auskunft: https://www.bonigo.de/Selbstausk ...

Bürgel
Kosten für die zweiter Auskunft:  7,80 Euro
Kostenlose Auskunft: https://www.buergel.de/de/selbstau...
Deltavista
Kosten für die zweiter Auskunft: (entfallen)
Kostenlose Auskunft: https://selbstauskunft.deltavista.de/ ...
SCHUFA
Kosten für die zweiter Auskunft: 24,95 Euro
Kostenlose Auskunft: https://www.meineschufa.de/index ...
Infoscore
Kosten für die zweiter Auskunft:  7,80 Euro
Kostenlose Auskunft: https://www.arvato.com/finance/de/...

Quelle: Eigene Angaben der Auskunfteien - Stand: 27.06.2016

Verschleppte Daten und zu langsame Übermittlung

Die Schufa ist nicht in jedem Fall der Hauptverantwortliche, wenn aufgrund ungenauer Daten unangenehme Probleme entstehen. Häufig sitzt der Flaschenhals bereits bei den Unternehmen, die mit dem Verbraucher einen Vertrag abgeschlossen haben. Von gesetzlicher Seite ist laut § 28a Abs. 3 BDSG vorgesehen, dass spätestens nach Ablauf eines Monats alle Veränderungen hinsichtlich der Zahlzinsverpflichtungen oder der Kündigung eines Vertrages übermittelt werden müssen. Auf diese Weise soll eine faire und zeitnahe Berücksichtigung von negativen wie positiven Verläufen gewährleistet sein.

Schufa Einträge löschen

Stimmen hier Vorgaben mit den tatsächlichen Angaben bezüglich der Forderungen nicht überein, hilft oft eine direkte Kontaktaufnahme mit dem involvierten Unternehmen weiter. Ein freundlicher Hinweis mit Bitte auf Übermittlung des aktuellen Vertragsstatus an die verschiedenen Bonitätsinstitute verspricht meist schon Erfolg. Allerdings ist eine eigene Weiterleitung der Berichtigung immer noch als sicherste Methode anzusehen. Bestätigt eine Firma die Erfüllung aller vertraglichen Bedingungen, kann das direkte Verschicken an die Schufa einen schnellen Erfolg erzielen. Kommen keine weiteren Probleme hinzu, dürfte der negative Vermerk zukünftig in den Auskünften verschwinden bzw. als erledigt angesehen werden.

Im Falle eines Kredits entfällt ein solcher Abschluss. Laut Schufa ist der Vermerk diesbezüglich unnötig und ergibt sich bereits aus den Informationen über den Vertrag. Natürlich können sich auch hier falsche oder irreführende Details einschleichen. Hier gilt der gleiche Rat wie bereits bei gewöhnlichen Kaufverträgen: Mittels Absprache zwischen Verbraucher, dem Unternehmen und der Auskunftei sollte eine Einigung bezüglich bestehender Probleme zu erzielen sein.


Bis zu drei Jahre werden Merkmale gespeichert

Wird eine verspätete Forderung beglichen, bleibt der Eintrag diesbezüglich weiterhin bestehen und wird lediglich als abgeschlossen bewertet. Eine vorzeitige Beseitigung durch die Schufa ist nicht vom Gesetzgeber nach § 35 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 BDSG angedacht. Datenbestände bleiben also bis zu einem Zeitraum von drei Jahren vollständig erhalten. Bis auf wenige Ausnahmen, lässt sich dagegen kein Einspruch einlegen.

Allerdings: Übertrifft die zu entrichtende Schuld nicht mehr als einen Betrag von 2000 €, kann eine Löschung eines Eintrages veranlasst werden. Bedingung hierfür ist eine Tilgung der Verpflichtung nach spätestens sechs Wochen und auch nur dann, wenn keinerlei gerichtlicher Beschluss oder ein Vollstreckungsbescheid vorliegt. Sind alle diese Faktoren gegeben, ist die Schufa ermächtigt, die entsprechenden Daten aus dem Personenregister zu entfernen.


Die wichtigsten Fristen für die Löschung im Überblick:
Art des Eintrags: Fristen:
Anfragen nach Kredite - 12 Monate
Haftbefehle - 36 Monate
Information über Kredite - 36 Monate (Nach tilgung)
Kontoinformationen - Direkt nach Auflösung und Aufklärung der Schufa
Nachgewiesene Fehlangaben - Unverzüglich
Restschuldbefreiung - 36 Monate
Unternehmensauskünfte - 12 Monate

Quelle: BDSG - Stand: 27.06.2016

Fristen und unklare Forderungen

Verstreicht die Zahlungsfrist, dürfen die Daten nicht sofort an die Schufa übermittelt werden. Dieser Schritt erfolgt erst als finale Konsequenz, bleiben vorhergehende Mahnungen an den Verbraucher unbeantwortet. Bis zu zweimal muss also der Gläubiger seinen Schuldner auf schriftlichem Wege auffordern, seine Schuld zu begleichen. Dabei sieht das Bundesdatenschutzgesetz in § 28a BDSG vor, dass die Zeitspanne zwischen erster Mahnung und Weiterleitung an Schufa mindestens vier Wochen betragen muss.

Gleichzeitig ist der Schuldner von diesem Vorhaben in Kenntnis zu setzen. Zweck dieser Bestimmung ist, dass versehentliche Übertretungen der vorgegebenen Grenzen nicht unmittelbar zu einer Abwertung im Ranking der Auskunfteien führt. Auslegungen in eigener Sache über die rechtliche Basis sind dabei nicht relevant und in keiner Weise bindend. Besteht also ein Disput wegen einer ausstehenden Zahlung, darf ein Unternehmen bei angemeldetem Widerspruch nicht eigenmächtig handeln und Daten an die Schufa weitergeben.

Der Zeitpunkt der Weiterleitung ist dabei ebenfalls von Belang. Neben dem persönlichen Einspruch gegenüber der Auskunftei wegen unberechtigter Forderungen gilt auch die Reihenfolge der Abwicklung als entscheidendes Kriterium. Verschickt ein Unternehmen noch vor Ablauf der Fristen oder der verpflichtenden Mahnungen die Information an die Schufa, kann dieser Vorgang wieder rückgängig gemacht werden. Ein einfacher Vermerk in einem Brief klärt auch darüber auf, dass die Forderungen im Streitfall nicht von beiden Parteien akzeptiert wurden. Der betreffende Eintrag ist also in dieser Situation ungültig.

Festgefahrene Konflikte beseitigen

Regiert die Bonitätsauskunft nicht auf das Anliegen oder verweigert sogar die Beseitigung zweifelhafter Vermerke, hilft die Einschaltung eines Schiedsmannes zur Vermittlung in Streitfragen weiter. Die Schufa unterhält selbst zu diesem Anlass einen Service für Privatkunden. Der sogenannte Ombudsmann gilt als unparteiischer Vermittler, dessen Anrufung mit keinerlei Kosten verbunden ist. Nach Klärung aller Fakten verkündet er durch einen Schiedsspruch ein Urteil. Bestehen begründete Zweifel an der Richtigkeit der hinterlegten Angaben in den Datensätzen der Schufa, müssen diese unverzüglich beseitigt oder zumindest angepasst werden.

Er ist autorisiert, Unstimmigkeiten bei Mahnungen und Verträgen mit Unternehmen zu überprüfen. Ebenso bei Reklamationen darf er die Ausbesserung von Einträgen verlangen. Zwar verfügen andere Institute nicht wie die Schufa über einen eigenen Ombudsmann, nennen dafür aber einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten ihr Eigen. Schlägt auch hier das persönliche Ansinnen auf taube Ohren, springt die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde als nächst höhere Instanz ein. Auskunfteien führen das zuständige Personal für derlei Prozeduren in der Regel unter der Kategorie Datenschutz auf.


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* Sollzinssatz ab 4,83% (bonitätsabhängig) fest für die gesamte Laufzeit, Effektiver Jahreszins: 4,90% - 15,99%, Nettokreditbetrag: 1.000 - 100.000 Euro, Vertragslaufzeit: 12 - 120 Monate. Repräsentatives Beispiel: Sollzinssatz 7,98% fest für die gesamte Laufzeit, Effektiver Jahreszins: 8,92%, Nettokreditbetrag: 10.000 Euro, Vertragslaufzeit: 72 Monate