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Dispo oder Kredit, was ist günstiger für den Verbraucher?

Der Hauptgrund für die regelmäßige Nutzung des Dispositionskredites besteht in der Einfachheit seiner Inanspruchnahme.

Anders als beim Ratenkredit ist kein formeller Antrag erforderlich, stattdessen räumen viele Girobanken den Verfügungsrahmen von sich aus ein. Andernfalls reicht ein formloses Schreiben oder der mündlich gegenüber einem Bankmitarbeiter vorgetragene Wunsch, um einen Dispo für das Girokonto eingeräumt zu bekommen.

Je nach Art des Einkommens ist der Dispositionskredit zudem mitunter leichter zugänglich als ein Ratenkredit, denn viele Banken legen dessen Höhe anhand der regelmäßigen unbaren Zahlungseingänge mit. Auf diese Weise zählen Unterhaltszahlungen bei der Prüfung, ob ein Dispositionskredit eingeräumt werden kann, oftmals mit zu den relevanten Einkünften, während die meisten Geldinstitute diese ebenso wie Nebeneinkünfte bei der Haushaltsrechnung für einen Ratenkredit außen vor lassen.

Dispo auch mit Nebeneinnahmen

Mit einem vertretbaren Suchaufwand finden Kreditinteressenten aber auch eine Bank, die regelmäßig bezogene Nebeneinnahmen bei der Haushaltsrechnung für einen Verbraucherkredit berücksichtigt. Die vollkommen flexible Tilgung des Dispositionskredites lässt sich ebenfalls als Vorteil ansehen.

Falls der Kontoinhaber den Sollsaldo seines Girokontos nicht verringert, verwandelt sich dieser Vorzug des Dispos jedoch in einen Nachteil. Schließlich erzwingen die verbindlich vorgegebenen Zahlungstermine der Kreditraten bei einem Verbraucherkredit ein Mindestmaß an finanzieller Disziplin.


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Dispokredit - nur für kurzfristige Überziehung!

Bestenfalls geht es um den Fall, dass am Ende des Monats mehr Geld gebraucht wird, als auf dem Konto ist. Es ist absehbar, wann das nächste Gehalt eingeht, und mit diesem wird der Dispokredit direkt getilgt. Für diese wenigen Tage kann man den teuren Dispokredit durchaus beanspruchen.

Immerhin verhindert das, dass man ohne Geld dasteht, Freunde oder Familie fragen muss... doch wenn man absehen kann, dass man den aufgenommenen Dispokredit nicht sofort wieder zurückzahlen kann, ist er ungeeignet.

Je länger er im Raum steht, desto höher wachsen auch die Zinsen an und machen den Dispo zu dem teuersten Geld, das man sich leihen kann.


Der eigentliche Zweck des Dispositionskredites

Der Dispositionskredit ist nicht für die langfristige oder dauerhafte Inanspruchnahme gedacht, auch wenn etwa zehn Prozent der Kontoinhaber ihn auf diese Weise verwenden. Der eigentliche Zweck des Verfügungsrahmens besteht darin, dass der Bankkunde wenige Tage vor dem nächsten Geldeingang Ausgaben bestreiten kann.

Idealerweise nutzen Kontoinhaber ihren Dispositionskredit in Ausnahmefällen und gleichen ihr Bankkonto innerhalb weniger Wochen wieder aus. Sollten unerwartete Ausgaben zu bestreiten sein, bietet sich ebenfalls die Verwendung des Dispos an. Voraussetzung ist jedoch, dass der Kontoausgleich innerhalb von drei bis sechs Monaten erfolgt. Die Anzahl der Banken, die ihren Kontokunden eine Dispofreigrenze einräumen, nimmt seit kurzem zu.

Die Freigrenze bedeutet, dass der Kontoinhaber bis zu einem bestimmten Minusbetrag für die Nutzung des Dispositionskredites keine Zinsen entrichtet. Falls Verbraucher den Sollsaldo ihres Bankkontos innerhalb der Freigrenze halten, spricht nichts gegen die Inanspruchnahme des kostenfreien Anteils am Dispositionskredit. Der Betrag, bis zu dem keine Sollzinsen fällig werden, beläuft sich bei vielen Banken auf fünfzig bis 200,00 Euro und ist somit recht niedrig.



Leichte Kündigungsmöglichkeit als Nachteil des Dispositionskredites

Anders als bei einem Ratenkredit gilt beim Dispo eine einfache Kündigungsmöglichkeit durch die Bank. Die Geldinstitute verringern die Höhe des Verfügungsrahmens oder heben diesen vollständig auf, wenn die Zahlungseingänge weniger werden. In der Regel sind sie zwar zu einer Umwandlung der zunächst ausgesprochenen Kündigung in eine schrittweise Rückführung des Dispos bereit, falls sich der Kontoinhaber mit der entsprechenden Bitte an seinen Bankberater wendet.

Dennoch besteht bei Ratenkrediten eine deutlich größere Planungssicherheit, denn dessen Kündigung setzt neben groben Verstößen gegen die Rückzahlungsvereinbarung eine vorherige Mahnung einschließlich der Ankündigung dieser Konsequenz voraus.


Der Zinssatz spricht für einen Ratenkredit

Der Nachteil eines Dispositionskredites liegt im hohen Zinssatz. Die meisten Banken haben die Sollzinsen für den Dispo im Zuge der allgemeinen Zinssenkungen zwar verringert, dennoch verlangen einige Geldinstitute weiterhin mehr als zehn Prozent Jahreszinsen für den Dispositionskredit.

Zusätzlich ist diese Kreditart mit dem Zinseszins-Effekt belastet, da die alle drei Monate berechneten Kreditzinsen anschließend ebenfalls verzinst werden. Der Dispo ist nach der Teilzahlungsfunktion des Kreditkartenkontos, für welche die Emittenten in der Regel noch höhere Sollzinsen berechnen, die für Verbraucher teuerste Kreditvariante. Bei Ratenkrediten fallen die Kreditzinsen hingegen deutlich niedriger als bei der Nutzung des Verfügungsrahmens auf dem Girokonto aus.

Je nach Bonität erhalten Verbraucher einen Online-Ratenkredit schon für weniger als die Hälfte des Zinssatzes eines Dispositionskredites. Zum Teil lassen sich die Kreditkosten durch die Wahl eines zweckgebundenen Ratenkredites weiter senken. Vom Kreditaufnahmegrund abhängige Rabatte vergeben viele Banken nicht nur für die Fahrzeugfinanzierung, bei der die besondere Absicherung mittels der Sicherheitsübereignung des finanzierten Wagens die Vergünstigung der Kreditkosten erklärt.

Vielmehr räumen immer mehr Kreditinstitute auch Sonderkonditionen bei nicht besicherten Verbraucherdarlehen ein, wenn der Kunde die Mittelnutzung für den vereinbarten Zweck nachweist. Der Hauptgrund für derartige Zinsermäßigungen besteht in der Wettbewerbssituation mit günstigen Ratenzahlungen, die Verbraucher über einen Händler vereinbaren können.


Den Dispo umschulden

Bankkunden, die ihren Dispositionskredit regelmäßig in Anspruch nehmen, sollten aus Kostengründen über eine Umschuldung in einen Ratenkredit nachdenken. Die Girobank soll bei langfristiger Ausschöpfung eines wesentlichen Teils des eingeräumten Verfügungsrahmens ohnehin ein Angebot erstellen. In der Praxis entfällt diese Pflicht jedoch häufig, da der negative Kontostand unmittelbar nach der Gehaltsüberweisung vorübergehend unter die für das aktive Pflichtangebot maßgebliche Grenze fällt, sodass die Frist für die längere Verwendungszeit von neuem zu laufen beginnt.

Letztendlich stellt der Vorschlag für einen Ratenkredit der eigenen Hausbank zur Ablösung des Dispositionskredites ohnehin zumeist nicht das günstigste Kreditangebot dar. Es lohnt sich somit, einen Kreditvergleich durchzuführen und einen preiswerten Ratenkredit zu beantragen. In einem begrenzten Umfang lässt sich die Flexibilität des Dispos auf ein Verbraucherdarlehen übertragen, indem der Kreditvertrag sowohl kostenfreie Sondertilgungen ohne Begrenzung als auch eine gelegentliche Ratenaussetzung gestattet.

Die Monatsraten für das Ratendarlehen dürfen nicht zu hoch ausfallen, denn die Verwendung des Dispos für deren Begleichung führt rasch erneut zu einem dauerhaft negativen Kontostand. Eine Möglichkeit zur Verringerung der Monatsraten für einen Verbraucherkredit besteht in der Entscheidung für eine längere Laufzeit. Die mitunter geäußerte Empfehlung, nach der Umschuldung des Dispositionskredites die Bank um die vollständige Aufhebung des Verfügungsrahmens zu bitte, ist bedenklich. Zwischen einem Girokonto ohne Dispositionskredit und einem formalen Guthaben-Konto besteht zwar ein wesentlicher Unterschied, denn bei ersterem darf die Bank eine kurzzeitige Überziehung dulden.

Viele Geldinstitute behandeln jedoch beide Varianten eines Bankkontos ohne eingeräumte Kreditlinie gleich und sperren die Bankkarten für Geldabhebungen und Kartenzahlungen, wenn vorübergehend aufgrund einer technischen Störung keine Online-Kontostandsabfrage durchgeführt werden kann. Diesen Nachteil vermeiden Bankkunden, indem sie nach einem Kontoausgleich nicht vollständig auf den Dispokredit verzichten, sondern dessen Höhe verringern lassen. Zudem bietet diese Vorgehensweise die Möglichkeit, weiterhin bei Bedarf für einen kurzen Zeitraum auf den Verfügungsrahmen des Bankkontos zurückzugreifen.


Fazit:

Der Dispositionskredit ist ideal, um einen kurzfristigen Geldmangel zu überbrücken. Kontoinhaber, die ihn regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, sparen nennenswerte Zinskosten ein, wenn sie sich stattdessen für einen Ratenkredit entscheiden.



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