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Bereitstellungszinsen bei Baudarlehen: Das ist zu beachten

Bereitstellungszinsen bei Baudarlehen

Wer eine Baufinanzierung plant, muss unter anderem die Bereitstellungszinsen berücksichtigen. Was das ist und worauf Kreditnehmer in diesem Punkt achten müssen, beantwortet folgender Text.

Bereitstellungszinsen: Was ist das?

Bereitstellungszinsen sind Zinsen, die anfallen, wenn nur ein Teil einer Kreditsumme abgerufen, also von der Bank bereitgestellt wird. Um den Zinsausfall zu kompenSieren, berechnet das Kreditinstitut Zinsen, die auf den bei der Bank verbleibenden Betrag anfallen. Meistens geschieht dies auch nicht von Anfang an, sondern erst nach einer vorher festgelegten Frist, die ein Jahr oder noch länger betragen kann. Die Konditionen variieren hier stark und auch im Hinblick auf die Höhe der Bereitstellungszinsen gibt es mitunter große Unterschiede.

Ein Beispiel: Der Kreditnehmer nimmt ein Baudarlehen in Höhe von 100.000 Euro auf, greift allerdings nur auf 30.000 Euro zu. Für die übrigen 70.000 Euro fallen nun monatliche Bereitstellungszinsen an. Diese belaufen sich in der Regel auf etwa 0,25%, was sich vor allem bei höheren Kreditsummen schnell summieren kann. Außerdem müssen weiterhin die üblichen Bauzinsen für die bereits abgehobenen 30.000 Euro abgeführt werden. Um hier den Überblick zu behalten, sollten die Bereitstellungszinsen im Vorfeld berechnet werden.

So werden die Bereitstellungszinsen berechnet

Die Bereitstellungszinsen sind ein wichtiger Faktor eines jeden Baudarlehens. Dementsprechend wichtig ist es, alle Fragen im Vorfeld zu klären und die anfallenden Zinsen direkt zu berechnen. Idealerweise wird vorher mit der Bank abgesprochen und vertraglich festgesetzt, ab wann die Zinsen anfallen und wie hoch diese ausfallen. Ist das erledigt, werden die Zinsen in die Monatsrate miteinkalkuliert.

Wer hier keine Erfahrungen hat, kann die Bereitstellungszinsen vom Anbieter direkt in den Effektivzins einrechnen lassen. Dadurch lässt sich einfacher kalkulieren als mit zwei unterschiedlichen Zinsbeträgen. Auch die Teilauszahlungszuschläge müssen berücksichtigt werden.

Teilauszahlungszuschläge berücksichtigen

Was ebenfalls berücksichtigt werden muss: Eventuelle Teilauszahlungszuschläge. Diese werden von der Bank noch einmal zusätzlich zu den Bereitstellungszinsen und den Bauzinsen berechnet und fallen bei jeder Teilzahlung an. Am besten wird direkt eine Bank gewählt, welche auf entsprechende Zuschläge verzichtet oder diese zumindest niedrig hält. Ein Kreditvergleich bietet sich hier an, wobei jeder Vertrag vor der Unterschrift einem Fachmann vorgelegt werden sollte. Die dafür entstehenden Kosten werden durch eine eventuelle Ersparnis und Klarheit, was die eigenen Finanzen betrifft, wieder aufgewogen. Übrigens: Die meisten Banken lassen mit sich verhandeln, was die Konditionen betrifft. Wer ein günstiges Angebot der Konkurrenz vorliegen hat: Ab zur Hausbank damit. Sinnvoll ist das vor allem bei größeren Kreditsummen, denn hier können schon kleinere Anpassungen bei Bau- und Bereitstellungszinsen einen großen Unterschied machen.

* Sollzinssatz ab 4,83% (bonitätsabhängig) fest für die gesamte Laufzeit, Effektiver Jahreszins: 4,90% - 15,99%, Nettokreditbetrag: 1.000 - 100.000 Euro, Vertragslaufzeit: 12 - 120 Monate. Repräsentatives Beispiel: Sollzinssatz 7,98% fest für die gesamte Laufzeit, Effektiver Jahreszins: 8,92%, Nettokreditbetrag: 10.000 Euro, Vertragslaufzeit: 72 Monate